Es waren nur Ratten!

Aufmerksam suchte die Augenzeugin mit der Taschenlampe den Tunnel ab und sah lediglich ein paar glänzenden kleinen Augen, dass hungrig aus der Dunkelheit funkelten. Ratten! Aber nicht viele… Die Augenzeugin setzte sich wieder hin. Ein paar Ratten werden hier unten, im Metro, nicht mehr als ernsthaftes Gefahr angesehen.

Diese Ratten können mich einfach nicht in Ruhe lassen. Vereinzelt folgen die mir, obwohl die eigentlich intelligent genug sein sollten, sich zu sammeln und mich endlich anzugreifen, so wie die bereits einige Stationen überfallen haben…

Die Augenzeugin zittert leicht an ganzem Körper und senkt den Kopf. Einige Gedanken an die vielen Menschen, dass nicht geschafft haben, sich in Sicherheit zu bringen, spiegelten sich kurz in Augen der Augenzeugin und verschwanden wieder, ersetzt durch die Kälte und Entschlossenheit.

Eigentlich warte ich nur darauf, dass ich von den Bestien verspeist werde. Und doch ist es bis jetzt immer so gewesen, dass diese Bestien auf meinem Speiseplan gewesen sind. Es mag seltsam klingen, aber an Schweinefleisch komme ich als einsame Frau ohne festen Wohnsitz an einer der Stationen, nicht so einfach ran. Und hey, Fleisch ist Fleisch. Und ich brauche es, um weiter überleben zu können. Auch wenn ich mein Leben hasse.

Ich habe bereits gehört, dass die Eltern eigene Säuglinge getötet haben, um die älteren Kinder etwas essbares auftischen zu können… Da bleibe ich lieber bei meinen Ratten.

Die Augenzeugin schaut in der Tasche nach, holt einen kleinen getrockneten Rattenkörper hervor und fängt an, daran zu kauen.

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